Landturmwappen für Nachwelt erhalten

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| Landturmwappen für Nachwelt erhalten

Ein Landturmwappen aus dem 15 Jahrhundert ziert die Hauswand der Familie Schwarz in Ohrenbach. Aber die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen. Der Wappenstein ist stark verwittert. Um ihn vor dem kompletten Verfall zu retten, wurde er nun aufwendig restauriert. Zudem wurde eine Nachbildung produziert.

Familie Schwarz wohnt in einem ganz besonderen Haus. Das Gebäude wurde zum Teil mit den Steinen eines ehemaligen Landturms aus dem 15 Jahrhundert gebaut. Von dem Turm ist heute nichts mehr zu sehen. Er war einst Teil einer Befestigungsanlage, die sich komplett um die freie Reichsstadt Rothenburg zog. Sie sollte die Einwohner und das Land mit Wällen und Gräben vor Eindringlingen schützen. Wer in das Rothenburger Gebiet wollte, musste durch einen der neun errichteten Landturme. Vor rund 200 Jahren wurde der Landturm in Ohrenbach abgerissen, da er keinen Nutzen mehr hatte. Lediglich der Wappenstein an der Hauswand von Familie Schwarz erinnert noch an den ehemaligen Standort. Mit Unterstützung des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege wurde in den letzten sechs Monaten das Renaissancewappen nun aufwendig restauriert.

„Es lag mir besonders am Herzen, dieses Wappen zu erhalten“, betont Karl Schwarz, der mit seiner Familie in vierter Generation in dem geschichtsträchtigem Haus lebt. Und weiter: „Der Wappenstein war bereits so sehr verfallen, die Rothenburger Turme sind zum Beispiel gar nicht mehr vorhanden. Wir wollten der Öffentlichkeit aber zeigen, wie es einmal in Original ausgesehen hat. Deshalb haben wir mit Hilfe der LAG Region an der romantischen Straße eine Nachbildung des Wappens anfertigen lassen.“

Eines der Hauptziele der LAG ist es, das kulturelle Erbe zu erhalten. Mit diesem Projekt konnte sie die Geschichte pflegen und erlebbar machen. Seit Mitte Mai steht das Replikat nun an seinem Platz vor dem Haus von Familie Schwarz. Direkt an der Straße ist das Wappen für alle Touristen gut zu sehen. Auf zwei Tafeln können sich Interessierte zudem über die Bedeutung und Herkunft des Wappens informieren. 5.000 Euro hat die Nachbildung gekostet. Die LAG hat das Projekt mit 2.500 Euro unterstützt. „Die Gemeinde Ohrenbach und die Stadt Rothenburg haben sich noch jeweils mit 500 Euro beteiligt“, ergänzt Schwarz.

Mit einem Hoffest am Sonntag, 19. Mai, hat Familie Schwarz nun den Abschluss des Projektes gefeiert und der Öffentlichkeit stolz das restaurierte Wappen sowie dessen Nachbildung präsentiert. Aufgrund der guten Resonanz werde es laut Karl Schwarz auch sicher nicht das letzte Hoffest gewesen sein.